Maria Montessori

Unterricht

„Das Einzige, was wir wirklich tun müssen, ist, unsere Grundhaltung gegenüber dem Kind zu ändern und es zu lieben, mit einer Liebe, die an seine Person glaubt und daran, dass es gut ist;mit einer Liebe, die nicht seine Fehler, sondern Tugenden sieht, die es nicht unterdrückt, sondern es ermutigt und ihm Freiheit gibt.“

– Maria Montessori

Unterrichtsbausteine

Wir unterrichten in einem Zwei-Block-System, der aus einer Wochenplan-Arbeitsphase und der Freiarbeitsphase besteht.
Sämtliche Materialien, bis auf wenige Ausnahmen, die ihr Kind für sein Schulleben bei uns benötigt, werden bereit gestellt.

Sie müssen keinerlei Schulbücher oder einen klassischen Ranzen kaufen.

Auf dieser Seite erklären wir Ihnen was sich hinter den einzelnen Bausteinen verbirgt.

Schulgebäude

Die Wochenplan-Phase

Die Wochenplan-Arbeitszeit ist meist der erste Unterrichtsblock am Tag. Jedes Kind erhält einen individuellen Lernplan für die Fächer Deutsch und Mathematik und hat bis Freitag Zeit diesen möglichst vollständig zu bearbeiten. Diese Arbeitszeit dient uns als Lehrpersonen dazu zu schauen, ob die Kinder auch ohne die Montessori-Materialien die Aufgaben lösen können. Gleichzeitig lernen unsere SchülerInnen in dieser Phase klassische Unterrichtsmethoden in einem eloquenten Gleichgewicht von Freiheit und Disziplin kennen, was ihnen den späteren Wechsel zu Klasse 5 erleichtert. Ebenso wird durch diese Phase auch den Quereinstiegskindern ein besserer Einstieg in unsere Schule ermöglicht. Jeden Freitag werden die  Ergebnisse seitens der Lehrkräfte kontrolliert und ein neuer Wochenplan erstellt. Hausaufgaben gibt es an unserer Schule nicht.

In der Wochenplanzeit holen sich die Kinder ihren Plan und eine Ampel und suchen sich einen Sitzplatz und beginnen dann selbstständig zu arbeiten. Benötigen die Kinder Hilfe drehen sie ihre Ampel auf Rot, so wissen wir, dass ein Kind uns braucht.

Das Ampelsystem schafft Ruhe im Klassenraum und nimmt die Hemmungen Fragen offen für alle anzusprechen. Dem Kind wird so ein 1:1 – Kontakt ermöglicht und es kann ihm besser geholfen werden.

Die Kinder lernen durch diese Arbeitsphase weiterhin sich ihre Arbeit einzuteilen, sich Ziele zu setzen und „am Ball zu bleiben“.

Benötigt ein Kind eine kleine Auszeit, so kann es sich eine 5-Minuten-Sanduhr holen. Innerhalb dieser Zeit kann es etwas essen, sich etwas zurückziehen, frische Luft schnappen etc. Trinken dürfen unsere Kinder zu jeder Zeit. Dazu befindet sich im Flur ein kleiner Getränketisch.

Unterricht
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Die Freiarbeitsphase

Die klassische Freiarbeit nach Montessori erlaubt den Kindern sich selbstständig und nach eigenem Interesse an die unterschiedlichsten Themen heranzuwagen und sich damit zu beschäftigen. Unter dem Aspekt der Vorbereiteten Umgebung stellen wir sicher, dass die Kinder zu den verschiedensten Themenbereichen Materialien vorfinden, die es ihnen ermöglichen sich mit etwas auseinanderzusetzen. Das besondere an dem Material stellt seine Hochwertigkeit und seinen ansprechenden Charakter für Kinder dar. Ferner besitzt jedes Material eine integrierte Fehlerkontrolle.

Fundament der Freiarbeit ist Montessori’s Kosmische Theorie, diebesagt, dass alles mit allem verknüpft ist und sich bedingt, voneinander abhängig ist und einander beeinflusst. Daher wird im Rahmen der Kosmischen Erziehung an unserer Schule den Kindern „die Welt gegeben“. Das bedeutet, wir gehen, im Gegenteil zum klassischen Schulsystem, vom Großen ins Detail und nicht umgekehrt.

Die Freiarbeit hat einen fächerübergreifenden Charakter (da, alles miteinander verbunden ist). Die Bereiche Geometrie, Mathematik, Sprache, Musik, Geschichte, Biologie, Geografie etc. fließen in einander über und ergeben so im Verlauf der Jahre ein umfangreiches Bild und wirkliches Verständnis über die Funktion und den Aufbau der Welt und die Gesellschaft.

In der Kosmischen Erziehunghatder Mensch eine bedeutende Rolle. In unserer Schule legen wir großen Wert darauf, den Kindern die Achtung und den Respekt vor den Leistungen früherer Generationen vorzuleben und zu vermitteln. Vieles von dem was wir heute haben oder gebrauchen können, haben die Generationen vor uns erfunden, geschaffen und erarbeitet und wir möchten, dass die Kinder lernen die Arbeit eines jeden Einzelnen zu sehen und zu wertschätzen. Den Leistungen früherer Generationen, der der gegenwärtigen und aller Menschen, die noch kommen.

Die Wertschätzung und Anerkennung der menschlichen Leistungen soll dazu führen, dass unsere SchülerInnen die Menschheit lieben und achten lernen sowie ein tiefes Gefühl der Liebe und der Verantwortung für ihre Welt empfinden. Durch die Liebe, zu Menschen und zu unserem Planeten, entsteht nach Montessori wahrer Frieden.  Wir möchten während der Schulzeit den Samen für inneren Frieden säen, damit die Kinder zu Erwachsenen heranwachsen können, die frei sind von seelischen Verletzungen, sondern als starke Weltbürger die Verantwortung für unsere Welt übernehmen können.

Unsere SchülerInnen lernen, dass nicht nur die Fächer miteinander verbunden sind, sondern auch die Menschen.

Die Freiarbeitsphase ist also die Zeit des eigenen Forschens, Entdeckens und Experimentierens.

Die Kinder präsentieren später ihrer Klasse ihre Arbeits- und Forschungsergebnisse. Wir sprechen von der großen Arbeit.

Unterricht
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Nebenfach-Zirkel

Die Hauptfächer sind durch die Wochenplanarbeitszeit abgedeckt. Die Nebenfächer wie Werken, Textil und Religion erfüllen wir durch 1-2 stattfindende Projektwochen, in denen wir dann ein festes Projekt zum jeweiligen Fach machen und damit einerseits die Kinder in die Thematik eintauchen lassen und andererseits die 20 Nebenfachstunden pro Halbjahr erfüllen. Die Ausnahmen bilden Kunst und Musik, welche regelmäßig und wöchentlich angeboten werden. Schwimmunterricht wird nicht erteilt.

Jahrgangsmischung

Durch die Jahrgangsmischung lernen die Jüngeren von den Älteren und umgekehrt. Es entsteht eine familienähnliche Gruppenstruktur, in der man für einander Sorge trägt und sich unterstützt. Wer in welcher Klassenstufe ist und was wer wie gut kann gerät immer mehr in den Hintergrund, bis diese Gedanken vollends verschwunden sind. Der einzelne Mensch mit seiner Persönlichkeit bekommt immer mehr Raum und Anerkennung und nicht fragwürdige Leistungsvergleiche untereinander. Unsere Kinder entwickeln so auf eine ganz ungezwungene und natürliche Weise eine hohe soziale Kompetenz und ein Gefühl für Demokratie und das Leben in einer Gesellschaft. Das Wohl des Einzelnen gehört nicht über das Wohl der anderen, sondern das eigene Tun sollte immer zum Wohle aller beitragen.

Intergenerative Pädagogik

Durch die enge Zusammenarbeit von Kult-Ur-Dorf e.V. und Paritätischem Wohlfahrtsverband Uelzen ein deutschlandweit einzigartiges Vorhaben geboren.

Repräsentiert durch die Neue-Auetal-Schule Lüderund die Senioren Tagespflege „LebensBild“ ist in Lüder die „Intergenerative Pädagogik“entwickelt worden. Im Mai 2019 wurde das gemeinsame Gelände, auf dem sich Schule und Tagespflege befinden, auf den Namen „Campus GenerationsWerk“ feierlich getauft und offiziell eingeweiht.

Durch die Gegebenheit, dass unsere Schule auf dem gleichen Gelände wie die Senioren Tagespflege „LebensBild“ gebaut werden konnte, konnten wir die Jahrgangsmischung und die Aspekte des lebenslangen Lernens, noch weiterfassen.

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